
Die meistgehörten Songs im April 2026
Die heißesten TracksKennen Osterhasen eigentlich irgendwelche Lieder? Uns fällt das Pendant zu „Nikolo bum bum“ jedenfalls auf Anhieb nicht gleich ein. Egal, solange es musikalisch halbwegs bunt zugeht im April. Und das tut es! Nicht nur dank zwei unserer liebsten deutschsprachigen Singer-Songwriter, sondern auch weil sich eine heiße Chilischote plötzlich ganz handzahm gibt und uns mit filigranen Jazz- und Improvisationsweisen beglückt. Übrigens auch auf der Trompete! Und die Damenwelt? Gibt sich gleich ein doppeltes Stelldichein. Einmal mit fluffig-flotten Popweisen für Work-out und Co., einmal in direkter Erbfolge der ganz großen Motown-Queens mit Soulmusik vom Allerfeinsten. Und das ist mindestens mal süßer als Schokolade und cooler als der Weihnachtsmann. Viel Spaß!
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Michael Schulte
Beautiful Reasons
Könnte es eine schönere Liebeserklärung an die Liebe, das Leben und die eigene kleine Familie geben als dieses Cover und diesen Titel? „Beautiful Reasons“ hat der längst seinen „The Voice“-Schuhen entwachsene Singer-Songwriter sein neues Album genannt und „wunderschöne Gründe“ für Zufriedenheit und Glück gleich selbst im Artwork verpackt: in Gestalt eines Urlaubsfotos, das ihn mit Frau und seinen beiden Söhnen am Strand zeigt. Michael Schulte weiß eben, was neben einer guten Rasur „für das Beste im Mann“ steht. Und bringt es musikalisch auf 16 neuen Tracks zum Ausdruck, von denen einige längst zur Playlist eingängiger Radiostationen gehören. „Beautiful Reason“ etwa, „Half Of My Heart“ oder „Broken Sunshine“. Wie schon die Songs auf seinen früheren Alben vereinen sie Tiefgang mit Leichtigkeit, starkes Songwriting mit Eingängigkeit, Licht und Schatten und werden so zum idealen Soundtrack auch für unseren Sommer.
Johannes Sumpich alias Josh ist mehr als nur seine unfreiwillig zur Mitgröhl-Hymne avancierte „Cordula Grün“. Er ist ein in allen Regeln der Kunst ausgebildeter Musiker, dem der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen, sondern maximal ins Gemüt gefahren ist. Burn-out und Depression waren die Folgen, mit denen er sich musikalisch für sein letztes Werk „Reparatur“ höchst erfolgreich auseinandersetzte. Dass die Selbstheilung noch nicht zwingend abgeschlossen ist, davon zeugt der Titel seines jüngsten Wurfs. Denn „Wer singt dann Lieder für dich“ ist ein Einwand, der ja irgendwie auch die eigene Existenz als Sänger infrage stellt. Und überglücklich blickt uns der demnächst 40-Jährige jetzt auch nicht vom Cover entgegen. Sei’s drum. Der Österreicher an sich hat schon immer einen Hang zum Melancholischen, das in „Leise“ vielleicht etwas stärker zum Ausdruck kommt als in Hits wie „Ich tanze meinen Namen“. Josh, das ist eben immer auch das gesamte Spektrum der Gefühlswelt. Insbesondere der eigenen …
Meghan Trainor
Toy With Me
Das Netz und die weltweite Fangemeinde können schon gnadenlos sein. Erst wirst du für Hits wie „All About That Bass“ und dein Einstehen für Körperpositivität gefeiert. Aber wehe, du veränderst dein Erscheinungsbild und bist plötzlich merklich dünner. Dann bist du eine Verräterin an der Sache, der ewige Verdammnis droht. So ungefähr muss sich US-Superstar Meghan Trainor gefühlt haben, nachdem sie nach Schwangerschaft Nummer zwei für ihre gefühlte Halbierung angegangen worden ist. Ein Gewichtsverlust, der in Zeiten medizinischer Abnehmhilfen ja längst kein Hollywood-Einzelfall mehr ist. Es hagelte jedenfalls Kritik, die sicher noch nachhallen wird, wenn sich die 32-Jährige für „Toy With Me“ (dt: „Spiel mit mir“) zudem als offenherziges Abziehbild von Sabrina Carpenter präsentiert. Aber ganz ehrlich: Niemand hat das Recht, anderen deren Veränderung – egal, in welche Richtung – vorzuhalten. Was (hier) zählt, ist die Musik. Und die regt durchaus zu Bewegung und Kalorienverbrauch an. Ohne medizinische Extras.
Flea
Honora
64 wird Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist Flea in diesem Jahr. Und das kann man sich bei einer berufsjugendlichen Band wie der seinen gar nicht vorstellen. Genauso wenig, wie man sich den begnadeten Bassisten an der Trompete und im Jazz vorstellen kann. Aber genau da kommt er eigentlich her. Und hierhin kehrt er für sein allererstes Soloalbum – benannt nach einem geliebten Familienmitglied – zurück. „Honora“, das ist eigentlich nur die konsequente Weiterentwicklung seiner Improvisationsfähigkeiten in Richtung Jazz. Ein eindrucksvolles Dokument musikalischen Schaffensdrangs, das neben einigen eindrucksvollen Coverversionen (unter anderem Funkadelics „Maggot Brain“) auch sechs Neukompositionen enthält. Und für die konnte Flea Kollegen wie Nick Cave und Radiohead Thom Yorke gewinnen. Neben ein paar der aktuell stärksten Musikerinnen und Musiker des modernen Jazz. Das Ergebnis? Ein instrumental meisterhaft zelebrierter Ritt durch Jazz, Rock und Artverwandtes und ein Geschenk. Nicht nur an seine Fans, sondern vor allem an sich selbst.
Raye
This Music May Contain Hope
2024 hat sie mit ihrem ersten Album „My 21st Century Blues“ so ziemlich alles an Brit Awards abgeräumt, was es abzuräumen gab. Sechs auf einen Streich. Das war Rekord! Gefolgt von drei Nominierungen beim US-Pendant, den Grammys. Man wird sich in den Hintern gebissen haben bei Polydor, wo man das Debütalbum offenbar nicht veröffentlichen wollte und Raye so in die Hände eines Indies „trieb“. Nun folgt der zweite Streich der 28-jährigen Londonerin, die auf dem besten Weg ist, ihre musikalischen „Schwestern“ im Geiste, Adele und Amy, zu beerben bzw. deren Erbe in die Zukunft weiterzudenken. Mit mitreißendem Soul irgendwo zwischen Motown-Classics („Where Is My Husband!“) und modernstem R&B. Und mit einem Album, wie wir es gerade dringender gar nicht brauchen könnten. Denn „This Music May Contain Hope“ wirkt wie eine Endorphinspritze auf Weltschmerz geplagte Seelen. Und dürfte bei kommenden Preisverleihungen ähnlich abräumen wie der Vorgänger.
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