Die besten Heimkinoveröffentlichungen des Monats
Unsere DVD-Tipps4U für den MaiAlles Neue macht der Mai. Das sagt schon der Volksmund. Für uns bedeutet das jede Menge an Heimkinoneuheiten, die vielleicht nicht alles neu, aber vieles zumindest gut und aufregend machen. Von zahlreichen überraschenden Wendungen, schrägen Figuren und sportlichen Höchstleistungen ganz zu schweigen. Gänsehaut erzeugender Horror, Ziegenbart zwirbelnde Bocksprünge, tierisch unterhaltsame Dokumentationen und am Ende gar allzu menschliche Attraktionen: Unsere Filmauswahl ist breiter aufgestellt als das Teilnehmerfeld der bald startenden Fußballweltmeisterschaft. Mit einem weiteren Unterschied: Bei uns gewinnen vor allem die Zuschauer. Viel Spaß!
Die hohe Kunst des Plot-Twists, also der unvorhergesehenen Handlungswende, gilt Krimi- und Thrillerfans nicht erst seit „Gone Girl“ als absolute Königsdisziplin, deren schiere Existenz oft ausreichen muss, um aktuelle Krimiveröffentlichungen verkaufen zu können. Auch „The Housemaid“ von Freida McFadden ist eines dieser Bücher, bei denen man schon vorher weiß, dass man hier das Unerwartete erwarten muss. Und natürlich ist das bei der unvermeidlichen Verfilmung zum Bestseller nicht anders. Wobei nicht nur „Housemaid“-Neulinge hier bestens bedient werden. Auch Fans der Vorlage dürfen sich über eine Idealbesetzung und viel Sexappeal freuen, was vor allem Amanda Seyfried und Sydney Sweeney geschuldet ist. Letztere spielt hier die junge Millie, die nach einem Gefängnisaufenthalt bei einem wohlhabenden Ehepaar als Hausmädchen anheuert. Das scheint noch mehr zu verbergen als die neue Angestellte. Weshalb aus dem Neuanfang schnell ein mörderisches und überraschendes Spiel wird, mit dem Regisseur Paul Feig seinem „kleinen Gefallen“ ernsthafte Konkurrenz bereitet.
Wer hätte das gedacht? Nachdem Regisseur Danny Boyle seinem Zombiefilm-Klassiker „28 Days Later“ im vergangenen Jahr ein unerwartet blutiges und filmisch herausragendes spätes Sequel geschenkt hatte, schließt Nia DaCosta mit „The Bone Temple“ nahtlos – und unserer Meinung nach sogar noch stärker – an die jüngste Untoten-Dystopie an. Indem sie den jungen Spike in der „Uhrwerk Orange“-artigen Killerbande von Jimmy Crystal (großartig: Jack O’Connell) ankommen lässt. Hier wird nicht nur Spike, sondern auch der Zuschauer an die Grenzen des Erträglichen geführt, bevor die Handlungsfäden abermals bei Ralph Fiennes als Dr. Kelson zusammenlaufen. Der gefällt als zutiefst menschliche Mischung aus Colonel Kurtz („Apocalypse Now“) und Ozzy Osbourne, die uns nicht nur die Seele der Zombies zu erkennen hilft, sondern auch einen der denkwürdigsten Auftritte seit Langem schenkt. Neben einem unvermeidlichen Rückkehrer …
The „Greatest Of All Time“ ist hier nicht in erster Linie ein Basketballstar, sondern in der ursprünglichen Bedeutung des englischen Wortes „goat“ eine Ziege. Und die hat es naturgemäß nicht ganz leicht beim für den Dschungel zum „Roarball“ modifizierten Korbballspiel, in dem eher Nashorn, Pferd, Panther und Krokodil dominieren als meckernde Ziegenbartträger. Was natürlich eine wunderbare Grundvoraussetzung für ein irrwitziges Animationsabenteuer ist, in dem die Kleinsten am Ende ganz groß sein dürfen und die Teamleistung über egoistische Selbstdarstellung triumphiert. Dafür muss sich der zweifelsohne talentierte Ziegenbock Will aber erst einmal vor seinem großen Idol, der Pantherdame Jett, und ihrem schrägen Team beweisen. In einem Film, dessen unfassbar jugendliche Synchronisation Erwachsene vor Verständnisprobleme stellen dürfte, die dem Zielpublikum aber wahrscheinlich aus der Seele spricht. Wenn es denn die nötigen Grundkenntnisse im Basketballsport verinnerlicht hat.
„Es“ war nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer weiteren Ausschlachtung von Stephen Kings vielleicht legendärstem Horrormythos kommen würde. Im vergangenen Jahr war es so weit. Auf die zweiteilige „Es“-Kinoverfilmung von Andrés Muschietti ließ Edelstreamer HBO die erste von geplanten drei Staffeln „Es – Willkommen in Derry“ folgen, in denen die Vor- und Nebengeschichte zum bereits bekannten Geschehen rund um das ultimative Böse und seine clowneske Verkörperung Pennywise erforscht werden soll. Los geht es Anfang der 1960er-Jahre, in denen eine neue Gruppe Jugendlicher mit dem regelmäßig erwachenden Grauen konfrontiert wird und der Zuschauer mehr über die Hintergründe des Killerclowns erfährt. Spannend: die Bezüge zu Kings anderen Werken. So darf auch ein gewisser Dick Hallorann entscheidend in die Handlung eingreifen. „Shining“-Fans wissen, was sie erwartet …
Wenn Checker Tobi neben so ungefähr allen Rätseln der Naturwissenschaft und des gesellschaftlichen Zusammenlebens eines noch besser checkt, dann ist es das Füllen von Kinosälen. Mit jedem neuen seiner Kinoabenteuer hat er neue Rekordzahlen präsentieren können – und das, obwohl es sich streng genommen ja um fiktionalisierte Dokumentationen handelt. Diesmal tritt er in die eigenen Fußstapfen, um eine Checker-Frage zu beantworten, die ihn als Kind schon umgetrieben hat: Wer ist die heimliche Herrscherin der Erde? Die Suche nach Antworten führt ihn unter anderem nach Spitzbergen, Madagaskar und auf die Spitze der Inka-Pyramiden. Eine visuell eindrucksvolle Reise, an deren Ende nicht nur die Kids schlauer sind, sondern auch wir Eltern. Weitermachen, bitte!
Ein unglaublich erfolgreiches Theaterstück bildet die Grundlage für den neuen Film von Marcus H. Rosenmüller, dem es fast spielerisch gelingt, den Finger in zahlreiche Wunden deutscher Gesellschafts- und Integrationsbefindlichkeiten zu legen. Und zwar im Mikrokosmos des deutschen Michel schlechthin, dem Sportverein. Denn in einem kleinstädtischen Tennisclub kommt es zu schwerwiegenden Verwicklungen, als für das einzige türkischstämmige Mitglied ein Extra-Grill angeschafft werden soll. Eine Diskussion, die vielen auch aus Schulkantinen bekannt vorkommen dürfte und die schonungslos die Spannbreite zwischen kultureller Aneignung, Intoleranz und Integrationsproblemen offenlegt. Und wer könnte das besser satirisch auf die Spitze treiben als unter anderem Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst oder Fahri Yardim? Eben! Ein Riesenspaß, der auch mal dahin geht, wo es wehtut.
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